Optionen / Futures

 

 

 

 

 

 

Derivate (Futures, Optionen, Swaps)

Derivate sind synthetische Finanzinstrumente, die von einer sogenannten Basisanlage (z.B. Aktien, Zinsen, Währungen) abgeleitet sind (lateinisch: derivare = ableiten). Das bedeutet, dass die Preisentwicklung eines Derivates (z.B. einer Aktien-Option) von der Preisentwicklung des zugrundeliegenden Basiswerts (Aktie) abhängig ist. Zu den derivativen Finanzinstrumenten zählen u.a., Termingeschäfte, die an einer Börse (z.B. EUREX) gehandelt werden (sogenannte Futures) oder direkt zwischen zwei Parteien vereinbart werden (sogenannte Forwards) sowie Optionen. Auch Optionen können an einer Börse oder zwischen einzelnen Gegenparteien gehandelt werden. Wenn Derivate nicht an einer Börse gehandelt werden, spricht man von OTC-Geschäften (over the counter, deutsch: „über den Ladentisch“).

Optionen sind handelbare Wertrechte. Grundsätzlich wird zwischen Kaufoptionen, sogenannten Call Options und Verkaufsoptionen, sogenannten Put Options, unterschieden. Sie geben dem Käufer einer Option das Recht (aber nicht die Pflicht), einen Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu erwerben (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option). Dabei ergeben sich die folgenden Rechte und Pflichten: Der Käufer erhält ein Recht und bezahlt dafür eine Prämie. Der Verkäufer (Schreiber, Stillhalter) geht eine Verpflichtung ein und erhält dafür eine Prämie.

Call Option (Kaufoption): kann Titel zum festgelegten Preis kaufen/ muss Titel zum festgelegten Preis verkaufen.

Put Option (Verkaufsoption): kann Titel zum festgelegten Preis verkaufen/ muss Titel zum festgelegten Preis kaufen.

Derivate dienen dem Transfer von Risiken: Die Marktrisiken des Basiswertes werden durch Vertragsgestaltung in den Derivatevertrag implementiert und können nunmehr separat gehandelt werden. Der Basiswert selbst muss nicht mehr erworben oder veräußert werden. Derivate ermöglichen daher die Trennung von dinglicher Inhaberschaft am Basiswert und Partizipation an dessen Marktchancen und -risiken.[1] Zugleich besteht ein hohes Maß an vertraglicher Gestaltungsfreiheit: Die Partizipation an den Marktrisiken des Basiswertes durch das Derivat muss nicht 1:1 übernommen werden, sondern kann – je nach Risikobedürfnissen der Vertragsparteien – beliebig abgewandelt werden.

Derivate können hohe Risiken bergen. Allerdings sind Derivate nicht per se risikoreicher als Kassageschäfte. Denn mikroökonomisch betrachtet wohnen Derivaten dieselben Marktrisiken der Art nach inne wie den zugrunde liegenden Kassageschäften. Auch dem Ausmaß nach erzeugen Derivate keine Risiken, die nicht schon in gleicher Weise an den Kassamärkten existieren würden.

Erst im direkten Vergleich zwischen Termingeschäft und Basiswert ergeben sich Risikounterschiede. So ist die Preisbildung bei Derivaten insbesondere für Privatanleger oft intransparenter, da diese sich nicht (nur) wie bei Wertpapieren am Kassamarkt durch Angebot und Nachfrage ergibt, sondern neben dem Preis des Basiswertes auch andere Parameter (zum Beispiel Restlaufzeit) eine entscheidende Rolle spielen können. Dies ist für private Anleger oft schwer nachvollziehbar (Komplexitätsrisiko).

Zusätzlich kann – je nach Ausgestaltung des Kontrakts – das Risiko bestehen, entgegen der ursprünglichen Absicht bei Fälligkeit zusätzliche Geldmittel aufbringen zu müssen.

Zudem unterliegen auch die Preise von Derivaten derselben stochastischen Unsicherheit wie der Basiswert (Marktrisiko), wobei der Hebeleffekt jedoch eine stärkere Partizipation auch an negativen Kursbewegungen bewirkt und so zu überproportionalen Verlusten bis hin zum Totalverlust und darüber hinaus führen kann.

Durch den Besuch dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen